WOCHE DER KLEINEN DINGE

11. Januar 2026

Diese Woche ist nicht viel passiert.
Keine großen Ausflüge, keine To-do-Listen, keine Highlights. Stattdessen Laos – und eine Sammlung kleiner, leicht schräger Momente, die genau deshalb hängen geblieben sind.

Jeden Tag ein kleines Ritual: Geld zählen, Scheine sortieren, rechnen. Der Wechselkurs liegt bei etwa 1 Euro zu 25.175 Kip (Stand: 15.01.2026), am Automaten gibt es maximal zwei Millionen Kip pro Abhebung. Der tägliche Kassensturz fällt beruhigend aus: Es ist noch genug da, wir können weiterreisen. Ein gutes Gefühl – auch das gehört zu dieser Woche.

Nong Khiao hat für jeden Wochentag mindestens einen Wanderweg und unzählige Sunset Points. Zu einem haben wir es geschafft. Man muss ja nicht in der sechsten Urlaubswoche auf 45 Aussichtspunkten gestanden haben. Wir entschieden uns für den auf Instagram bekanntesten Platz – oder besser gesagt: den nächstgelegenen mit dem kürzesten Aufstieg. Spricht für den Pragmatismus der Instagram-Community 😉 Viel sehen, wenig Aufwand.

Eine Flussschleife, die genauso gut an der Mosel liegen könnte – nur ohne Weinberge und mit deutlich mehr Wärme in der Luft.

Das Skurrile liegt in Laos selten im Spektakulären, sondern fast immer im Detail.

Eine Anleitung für Touristen, wie man sich bei der Mönchsfütterung (auch als Almosengang der Mönchen oder Tak Bat bekannt) zu verhalten hat. Gut gemeint, sehr genau – und irgendwie typisch für einen Ort, an dem selbst Rituale erklärungsbedürftig werden, wenn sie auf Reisende treffen.

Laos löst manche Dinge sehr pragmatisch. Ein kurzes Magengrummeln führte uns in eine Apotheke, die praktischerweise gleich mit einem Restaurant kombiniert war. Und falls das noch nicht geholfen hätte, wartete daneben eine Eisdiele mit gefüllten Kühltruhen. Drei Lösungen, ein Ort.

Ein Schild brachte die Haltung des Landes dann endgültig auf den Punkt: Wenn man keine Zeit zum Bestellen hat, soll man es bitte gleich lassen. Nicht unfreundlich gemeint, eher konsequent. Entschleunigung als Grundprinzip.

Manche Orte erzählen ihre Geschichte ohne viele Worte. Eine eingestürzte Hütte mit dem Schild „Herb Steam Bath“ ließ offen, ob hier je jemand entspannt hat – oder ob Vergänglichkeit einfach dazugehört.

Nicht alles in Laos ist leicht oder still. In der Nähe von Nong Khiao erinnert das Museum Ban Mada an eine Zeit, in der Menschen über Jahre hinweg in Höhlen lebten, um sich vor Bombardierungen zu schützen. Laos ist bis heute das meistbombardierte Land der Welt, und noch immer liegen unzählige Blindgänger im Boden. Dieser Teil der Geschichte gehört ebenso dazu wie die ruhigen Landschaften.

Bitte unbedingt lesen!

Rückblickend waren es vierzehn Tage, die sich langsam sortiert haben. Anfangs noch genervt von Zollbeamten und vollen Slowboats auf dem Mekong, schlechten Straßen und dem Gefühl, ständig ausgebremst zu werden. Mit der Zeit wurde es besser.

Und dann war es Zeit, weiterzuziehen.

Laos fordert Geduld, bietet dafür Ruhe und eine ganz eigene Art von Gelassenheit.

Diese letzten Tage fühlten sich versöhnlich an.
Entschleunigt, unspektakulär, aufmerksam.

Und vielleicht war genau das der richtige Abschluss: verstehen, dass dieses Land nicht beeindrucken will – sondern wirken lässt.

2 Comments

  • Sandra

    Hi ihr beiden! Euer Bericht klingt nach ganz viel Gelassenheit und Entschleunigung mit Tiefgang! Erholung pur mit Aufbruchstimmung. Bin sehr gespannt wie es weiter geht 😎.

  • Peter

    Es macht mir wirklich viel Spaß mit Euch mitzureisen.
    Danke für die sehr amüsanten Erzählungen.
    Alles Gute und viel Freude weiterhin!

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