OVER AND OUT
19. April 2026
Nach 19 Wochen unterwegs war Singapur die letzte Station unserer Reise. Richtig gelesen: Das Wetter wird nun wieder schöner – ihr müsst also nicht mehr auf unsere sonntäglichen Berichte warten. Oder anders gesagt: Es gibt keine Ausreden mehr, daheim auf dem Sofa zu lümmeln.
Singapur ist wirklich eine andere Welt. Zwischen den futuristischen Bäumen im Gardens by the Bay, der gigantischen Lichtershow bei den Supertrees und dem Blick auf die „Badewanne“ (wie Rudi und ich das Boot auf dem Marina Bay Sands liebevoll getauft haben) fühlte sich vieles fast ein wenig unwirklich an. Zu perfekt, zu sauber, zu durchdacht. Eine Stadt wie aus der Zukunft.
Und gleichzeitig so vielfältig: Ein botanischer Garten, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und eine bunte Mischung an Stadtvierteln – Chinatown, Little India und Arab Street. Jeden Abend eine andere „Welt“. Die Welt auf wenigen Kilometern – genau das, was unsere gesamte Reise in den letzten Wochen ausgemacht hat.
Und dann standen wir am Mittwoch vor dem Jewel, dem Wasserfall im Flughafen Changi (Singapur). Ein echtes Highlight. Doch diesmal war etwas anders. Kein nächstes Ziel. Kein Weiterreisen. Kein „Was kommt als Nächstes?“ Nur noch der Rückflug. In diesem Moment wurde uns klar: Das war’s. 19 Wochen. Einfach vorbei.
Unser Plan war eigentlich ein entspannter Rückflug mit 3-tägigem Zwischenstopp in Dubai. Doch dieser wurde – sagen wir mal – von einem gewissen Herrn mit Föhnwelle Ende Februar zunichtegemacht. Also: neuer Flug, 13 Stunden direkt nach Frankfurt. Und von dort nach einem kurzen Aufenthalt weiter nach München. So zumindest der Plan.
Was uns erwartete, fühlte sich dann allerdings eher nach einem gut geschriebenen Drehbuch an. Unser Weiterflug nach München wurde von Lufthansa gestrichen. Streik. Alternative: Deutsche Bahn.
Unser Flieger landete gegen 20:25 Uhr. Der letzte Zug Richtung München? 20:50 Uhr. Hätten wir selbst nicht geglaubt – ist aber Realität. Die nächste Option? 1:00 Uhr nachts. Also: Sprint zum Zug. Deutschland begrüßt einen schließlich direkt mit etwas Spannung.
Und tatsächlich – wir haben es geschafft. Zumindest fast. Denn natürlich hatte der Zug Verspätung. Aus 20:50 Uhr wurde 21:20 Uhr. Und wer dachte, das war’s, wurde eines Besseren belehrt. O-Ton Durchsage: „Aufgrund kurzfristiger Baustellen verlängert sich unsere Verspätung.“ Natürlich.
Irgendwann, kurz nach 2:00 Uhr nachts, standen wir dann tatsächlich wieder in unserer Wohnung. Koffer abgestellt, einmal kurz durchgeatmet – und irgendwie war es ein seltsames Gefühl, nach so langer Zeit wieder genau dort zu stehen, wo alles Anfang Dezember angefangen hat.
Die Rückreise ist inzwischen fast vergessen, unsere Rücken haben sich langsam wieder erholt. Und je mehr der Alltag wieder einzieht, desto klarer wird eigentlich erst, was diese letzten 19 Wochen waren:
19 Wochen unterwegs. Unzählige Orte. Neue Kulturen. Wahnsinnig viele Eindrücke, die man nicht vergisst. Und am Ende bleiben nicht nur die großen Highlights oder die Orte, die man aufzählen kann. Es sind die kleinen Momente. Die Begegnungen. Das Gefühl von Freiheit.
Und vielleicht auch die Erkenntnis: Dass es gar nicht darum geht, wie weit man reist – sondern wie sehr einen diese Reise verändert.
Oder, um es einfacher zu sagen: Es hat sich nichts verändert. Und gleichzeitig irgendwie alles.
Doch jetzt heißt es erst einmal: ankommen – und das Bruttosozialprodukt wieder ankurbeln.
Danke, dass ihr uns die letzten Wochen begleitet habt.
Wir melden uns wieder, wenn die Rucksäcke erneut gepackt werden. 😉