ZWISCHEN BUDDHA UND BEAUTY

21. Dezember 2025

Mit dem Zug ging es von Bangkok nach Ayutthaya, in eine der ehemaligen Hauptstädte Thailands (Ayutthaya war von 1351 bis 1767 die Hauptstadt des Königreichs Siam – dem früheren Thailand) – und damit mehrere Jahrhunderte zurück in der Zeit. Keine Hochhäuser, kein Verkehrslärm, stattdessen Tempelruinen im flirrenden Sonnenlicht, Buddha-Statuen mit Köpfen, Buddha-Statuen ohne Köpfe und Buddha-Köpfe, die sich scheinbar mühelos aus Baumwurzeln schälen.

In Sukhothai ging es genauso weiter: noch mehr Tempel, noch mehr Geschichte und langsam auch ein leichtes Ziehen in den Beinen. Kultur ist schließlich kein Spaziergang, sondern ein Workout. Also wechselten wir das Fortbewegungsmittel – zwei Räder, keine Gangschaltung und funktionierende Bremsen sind ohnehin etwas für Feiglinge.

Nach so viel Vergangenheit landeten wir in Chiang Mai ziemlich abrupt wieder in der Gegenwart. Tattoo- und Nagelstudios sowie Waschsalons und Zahnkliniken schießen hier schneller aus dem Boden als neue Tempelruinen in Ayutthaya. Also dachten wir uns: Wenn schon, denn schon. Während Thailand uns kulturell aufpolierte, brachten wir kurzerhand auch unsere Körper auf Vordermann – ein bisschen Reise, ein bisschen Körperpflege.

Thailand kann beides: alte Königreiche bewahren und gleichzeitig dafür sorgen, dass man mit frisch gefärbten Haaren, poliertem Kopf und strahlendem Lächeln weiterzieht.

In Chiang Mai ging es für uns zum Abschluss noch einmal hinauf zum Wat Phra That Doi Suthep – ein Ort, den wir tatsächlich schon von unserem letzten längeren Asien-Trip kannten. Als Beweis existiert sogar ein Foto von damals. Kleiner Tipp: Findet die Unterschiede. 😉 Spoiler: Sie liegen weniger im Tempel als vielmehr bei uns.

Und zum Schluss noch ein kleiner Schmunzler aus der Kategorie „Kulturunterschiede, die man liebt“: Das hier sind Klingelbeutel beziehungsweise Sammeldosen in thailändischen Tempeln. Sagen wir mal so – sie sind nicht gerade zurückhaltend dimensioniert. Wir sind gespannt, wie lange es dauert, bis wir auch in deutschen Einrichtungen oder Kirchen auf ähnliche Größenmodelle treffen.