WELCOME TO THE JUNGLE

15. Februar 2026

Von Malakka ging es für uns direkt weiter in den Dschungel nach Sumatra in Indonesien. Wir haben uns bewusst für einen langen Reisetag entschieden. Und ja – lange Reisetage sind kein Zuckerschlecken. Aber ganz ehrlich: Das ist Jammern auf hohem Niveau.

So kann ein solcher Tag aussehen:
Wecker um 5.00 Uhr. Ein schnelles Heißgetränk. Die letzten Dinge in den Koffer werfen. Mit dem Taxi (30 Minuten) zum Busbahnhof. Mit dem Bus (2,5 Stunden) von Malakka zum Flughafen in Kuala Lumpur. Von dort der Flug (1 Stunde) nach Medan. Und schließlich mit einem vorab gebuchten Auto weiter – 5 Stunden für gerade einmal 140 Kilometer. Die Straßen? In einem Zustand, der Geduld zur wichtigsten Reiseeigenschaft macht. Dies kommt vielleicht dem ein oder anderen bekannt vor. 😉 Wir sagen nur Laos.
Im Dschungel angekommen, wurden wir standesgemäß von einem tropischen Regenguss begrüßt.

Nach langem Überlegen hatten wir uns in Malaysia für die Einreise nach Indonesien entschieden. Es ist noch Regenzeit. Wobei – so richtig klassisch verlaufen die Regenzeiten in Südostasien mittlerweile wohl auch nicht mehr. Die Monate aus Reiseführern und Internet passen nicht immer zur Realität. Wir wollten es darauf ankommen lassen.

Und wir wurden belohnt: Unsere erste Nacht im Dschungel war wunderbar. Der lange Reisetag hatte sich gelohnt. Statt zwei Tage unterwegs zu sein und kleinere Etappen einzulegen, waren wir direkt angekommen.
Doch auf lange Reisetage folgt bei uns meist ein „Nichts-tun-Tag“. So auch hier.

Eigentlich hatten wir nur eine Dschungeltour geplant. Doch als wir in Bukit Lawang ankamen, erfuhren wir, dass aktuell zwei ganz besondere Naturwunder im benachbarten Dschungel blühen: die Rafflesia und der Amorphophallus titanum.

Eine weitere Rafflesia steht in den Startlöchern. In ca. 1 Woche blüht die rechte

Beide gelten als die größten bzw. höchsten Blumen der Welt. Nach rund neun Monaten Wachstumszeit öffnen sie sich für gerade einmal vier bis fünf Tage. Ein seltenes Zeitfenster – und dann auch noch beide gleichzeitig.

Zwar waren die Blüten nicht mehr ganz „frisch“, doch wenn man schon die Chance hat, diese beiden außergewöhnlichen Pflanzen mit eigenen Augen und am selben Ort zu sehen, haben wir nicht lange gezögert. Also ging es direkt auf unsere erste Dschungeltour.

Man fährt schließlich nicht einmal um die halbe Welt, um dann zu sagen: „Ach nee, heute nicht.“

Mittagessen im Dschungel
Das Nachspeisenbuffet - für 2 Personen

Am nächsten Tag folgte die klassische Variante: tiefer hinein in den Regenwald. Mit vielen kleinen und großen Affen. Und dann diese Momente, wenn sich die Orang-Utans lautlos durch die Baumwipfel schwingen.

Ich habe mir so sehr gewünscht, Orang-Utans im echten Dschungel auf dieser Reise zu sehen. Und dann erlebt man genau diesen Moment. Es war unbeschreiblich. Es war besonders. Und vor allem nicht selbstverständlich – schließlich waren wir nicht im Zoo, sondern im echten Dschungel. Wildlife ist ein Geschenk, kein Programmpunkt.

Mit dem Dschungel-Taxis geht es zurück ins Dorf

Nach so viel Dschungel-Intensität ging es weiter an den größten See Indonesiens und zugleich größten Vulkansee der Welt, den Tobasee.

Jetzt kommt kurz der Klugscheißer-Modus:
87 Kilometer lang. 27 Kilometer breit. 1.776,5 km² Fläche – zum Vergleich: Der Bodensee bringt es auf 536 km². Mitten drin liegt die Insel Samosir mit 647 km² und dem kleinen Ort Tuktuk. Und das Ganze ist nichts anderes als ein gigantischer, gefluteter Vulkankrater. Maximale Tiefe: 505 Meter.
Das hier ist das Ergebnis einer der gewaltigsten Eruptionen der Erdgeschichte.

Nach 20 Jahren im Krater (Donau-Ries/Nördlingen) leben und nun wieder in einem ausländischen Krater schlafen – das hat schon was. Man bleibt sich halt treu. 😉

Auf Samosir besichtigten wir auch die traditionellen Häuser des Volkes der Batak. Geschwungene Dächer, kunstvolle Schnitzereien

 – und Piktogramme, bei denen man denkt: „Ah. Okay. Gut zu wissen.“
Andere Länder, andere Bedürfnisse.

Das Wetter war uns bisher auf Sumatra sehr wohlgesonnen. Zu wohlgesonnen?

Am Tobasee türmen sich nun die Wolken, die Landschaft verschwindet immer wieder im Grau. Der gewaltige Krater zeigt sich nur in Ausschnitten – als würde er uns bewusst nicht alles preisgeben.

Schau mer mal, wie es für uns in Indonesien weitergeht.