SAIGON CALLING
8. März 2026
Als wir unsere Reise nach Indonesien geplant haben, war uns natürlich bewusst, dass wir uns mitten in der Regenzeit bewegen würden – diese dauert hier schließlich bis etwa April. Trotzdem hatten wir in den ersten Wochen erstaunlich viel Glück. Der Wettergott meinte es gut mit uns und ermöglichte uns viele Erlebnisse, die während der Regenzeit auch problemlos komplett ins Wasser fallen können.
Unsere Reise führte uns von Sumatra über Java und eigentlich sollte es danach weiter Richtung Osten gehen. Es gab noch so viele Inseln und Orte, die wir uns anschauen wollten. Der Plan stand – zumindest theoretisch.
Praktisch sah es irgendwann anders aus: dichte Wolken, immer mehr Regen in der Vorhersage und für Bali – durch das wir hätten reisen müssen – sogar Unwetterwarnungen. Damit standen wir vor der Frage: Besichtigen wir Orte nur, um sagen zu können, dass wir dort waren, obwohl wir sie vor lauter Wolken kaum sehen? Oder kommen wir einfach irgendwann noch einmal wieder, wenn das Wetter besser ist?
Ein bisschen wie Deutschland im Winter zu bereisen: kann wunderschön sein – muss es aber nicht. In Südostasien heißt der Winter eben Regenzeit.
Wir haben lange gezögert (und mehrere Wetter-Apps mit erstaunlich einheitlich schlechter Aussicht konsultiert), bevor wir schließlich beschlossen: Der Reiseplan wird flexibel interpretiert.
Unsere letzten Tage in Indonesien verbrachten wir deshalb in Jakarta. Für viele eher ein Verkehrsknotenpunkt als ein klassisches Reiseziel – aber mit einem großen internationalen Flughafen und einigen Spuren der niederländischen Kolonialzeit durchaus interessant.
Unser kleines Indonesien-Fazit: Ein riesiges, faszinierendes Land, das man definitiv nicht in ein paar Wochen „erledigt“. Wir haben viel gesehen – aber noch längst nicht alles. Besonders die Menschen, die Landschaft und die Vielfalt der Inseln haben uns begeistert. Für uns war es eher ein erstes Reinschnuppern – und wir sind uns ziemlich sicher, dass wir wiederkommen werden.
Dann hieß es: Länderwechsel.
Eigentlich stand Vietnam sowieso auf unserem Reiseplan – allerdings erst zwei Wochen später. Aber Reisepläne sind bekanntlich eher als grobe Empfehlung zu verstehen.
Saigon – oder offiziell Ho-Chi-Minh-City – begrüßte uns mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ein Empfang, den wir nach den letzten Tagen in Indonesien besonders zu schätzen wussten.
Ganz neu war die Stadt für uns nicht. Wir waren schon einmal hier – vor acht Jahren. Damals haben wir längst nicht alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Saigon hatte also noch ein paar offene Punkte auf unserer Liste – wir betreiben schließlich langfristige Reiseplanung.
Ein kleiner Fakt am Rande: Die Stadt hat rund neun Millionen Einwohner – und angeblich sogar mehr als zehn Millionen Motorroller. Gefühlt begegnet man ihnen auch alle gleichzeitig an der nächsten Kreuzung.
Mit einer Nachtbustour durch Saigon sowie einer Bootstour auf dem Saigon-Fluss haben wir uns die Stadt aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven noch einmal neu erschlossen.
Natürlich durfte auch ein Blick in die Geschichte Vietnams nicht fehlen. Besonders eindrücklich war der Besuch im Kriegsmuseum, das die Auswirkungen des Vietnamkriegs sehr direkt zeigt. An dieser Stelle möchten wir nur ein Bild zeigen, denn das Thema ist nicht einfach – und eigentlich sollte jeder, der in Saigon ist, dieses Museum einmal selbst besuchen.
Auch der Wiedervereinigungspalast, ein historischer Ort aus dem Jahr 1975, stand auf unserer Liste. Irgendwie hat mich der Bau an den Palast der Republik in Berlin erinnert, den ich leider nie selbst gesehen habe – der ganze Komplex hat auf jeden Fall einen gewissen DDR-Charme.
Beim Durchsehen unserer Fotos ist uns dann allerdings aufgefallen: Wir waren diese Woche offenbar nicht besonders fotomotiviert. Für einen Reiseblog eigentlich eine eher mäßige Strategie.
Deshalb zeigen wir euch stattdessen eine kleine Auswahl an Kaffees, die wir in den ersten Tagen in Vietnam getrunken haben. Davon gibt es nämlich erstaunlich viele – und sie sehen auf Fotos auch deutlich besser aus als wir nach einem langen Reisetag.
Die Essensbilder heben wir uns an dieser Stelle noch auf. Man muss die Spannung schließlich ein wenig aufbauen.