HEX, HEX AUF SIQUIJOR

31. Januar 2026

Siquijor – die Insel der Hexen, Heiler und Geistergeschichten. Kaum eine philippinische Insel hat so einen mystischen Ruf. Ein Teil der Filipinos ist tatsächlich so abergläubisch, dass sie die Insel aus genau diesem Grund nicht besucht. Wir nahmen all unseren Mut zusammen und wollten uns dieser Herausforderung stellen.

Um unserem Entschleunigungs-Motto treu zu bleiben, mieteten wir uns für einige Tage ein TukTuk. So waren wir langsamer unterwegs als mit dem Roller und konnten die Insel ganz entspannt auf eigene Faust erkunden – oder vielleicht auch dem einen oder anderen Hexer begegnen. Außerdem musste ich noch mein Sri-Lanka-TukTuk-Fahrtrauma bekämpfen. Diesmal gab es allerdings ein fast nagelneues Gefährt mit knapp 10.000 Kilometern auf dem Tacho, und ich war selbst erstaunt, wie einfach es plötzlich ging. Rudi war wieder einmal meinen Fahrkünsten auf der Rücksitzbank ausgeliefert. Er war tapfer – und hat überlebt.

Mit unseren eigenen drei Rädern konnten wir die Besonderheiten der Insel entdecken. Zum Beispiel einen Baum, der älter sein soll als Magellan. Wie alt genau, dürft ihr gerne selbst googeln. Wir kühlten uns an einem der vielen Wasserfälle ab – keine Sorge, Fotos von uns in Badehose und Bikini werden hier nicht veröffentlicht, sonst würdet ihr von unserem Asia-Bäuchlein erschlagen werden – und besichtigten natürlich auch die teilweise beeindruckend großen Kirchen der Insel.

Auf den Philippinen mussten wir außerdem eine unserer Reisetraditionen brechen: In jedem asiatischen Land nehmen wir normalerweise an einem Kochkurs teil. Hier gab es allerdings kaum Möglichkeiten, und die wenigen Angebote waren schlicht überzogen teuer. Dazu kam die überraschende Erkenntnis, dass einige Nationalgerichte durchaus Ähnlichkeiten mit unserer heimischen Küche haben:

  • Spanferkel mit Reis
  • saftiges Zwiebelgulasch mit Reis
  • Geschnetzeltes mit Reis

Natürlich dürfen auch die Sonnenuntergänge nicht fehlen. Kleiner Spoiler: In den nächsten Wochen wird es keine Sonnenuntergangsbilder am Meer mehr geben – deshalb hier einfach zwei oder drei Bildchen mehr.

Und zum Schluss noch ein kleiner Schmunzler aus der Kategorie „Kulturunterschiede, die man liebt“. Diese Rubrik ist in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen, aber wir haben noch einige Beispiele in petto, die wir euch gerne persönlich zeigen. Zum Beispiel Open-Air-Maniküre und Pediküre – inklusive Versorgung, falls der kleine Hunger zwischendurch kommt.

Das Mängelverzeichnis des deutschen TÜVs würde wohl da an seine Grenzen kommen. Aber es fährt….

Und irgendwann kommt auch auf einer Insel mit Geistergeschichten der Moment, an dem man weiterziehen muss. Nach drei Wochen auf den Philippinen hieß es für uns Abschied nehmen. Rudi nahm viele schöne Erinnerungen an ein freundliches und interessantes Land mit. Für mich blieb ein gemischteres Gefühl zurück. Die Philippinen haben es mir nicht immer leicht gemacht, und vielleicht war genau das Teil der Erfahrung. Nicht jedes Reiseziel fühlt sich sofort wie ein Lieblingsort an – aber gerade diese Reisen bleiben oft besonders in Erinnerung.