NÄCHSTER HALT: BOHOL
25. Januar 2026
Auf den Philippinen ist man eigentlich immer auf einer Insel. Über 7.000 sollen es insgesamt sein – jede mit ihrem eigenen Rhythmus, ihrer eigenen Stimmung und viele auch mit eigenen ethnischen Gruppen.
Nach Boracay ging es für uns weiter nach Bohol.
Bohol ist für zwei Besonderheiten bekannt, die man so nur hier findet. Zum einen die Koboldmakis. Diese winzigen Primaten sind nicht einmal faustgroß, wiegen gerade einmal rund 100 Gramm und zählen trotzdem zu unseren nächsten Verwandten. Mit ihren großen, wachen Augen wirken sie fast unwirklich – und sie live zu beobachten ist deutlich beeindruckender als jedes Foto.
Zum anderen die Chocolate Hills. Weiche, fast symmetrische Hügel, die selbst unter einem wolkenverhangenen Himmel nichts von ihrer Wirkung verlieren. Rund um ihre Entstehung ranken sich auf Bohol zahlreiche Mythen – und jede erzählt ein bisschen mehr über die Fantasie und den Humor der Menschen hier.
Eine der bekanntesten Legenden handelt vom Riesen Arogo, der sich unsterblich in die Sterbliche Aloya verliebte. Als sie starb, weinte er unaufhörlich. Seine Tränen fielen auf die Erde, erstarrten und formten die Hügel – als Zeichen seiner ewigen Trauer.
Andere Geschichten erzählen von zwei Riesen, die sich tagelang mit Felsen und Sand bewarfen. Als der Streit vorbei war, verließen sie die Insel und ließen die Hügel als stumme Zeugen ihres Kampfes zurück.
Weniger romantisch, dafür umso derber sind die Erzählungen vom gefräßigen Carabao oder vom verliebten Riesen Dano, dessen körperliche Hinterlassenschaften – nun ja – ebenfalls für die Entstehung der Hügel verantwortlich gewesen sein sollen.
Was auch immer man glauben möchte: Der Anblick bleibt.
Die wissenschaftliche Erklärung ist nüchterner, aber nicht weniger beeindruckend. Die Chocolate Hills bestehen aus verwittertem Kalkstein, der vor Millionen von Jahren durch geologische Hebungen aus dem Meer emporgehoben wurde. Ihren Namen verdanken sie der Trockenzeit, wenn das Gras verdorrt und die Hügel schokoladenbraun färbt.
Und wir wollen heute auch mal ehrlich zu euch sein. 😉
Wenn ich hier „arbeite“ und neue Beiträge für den Blog schreibe, fühlt sich das ziemlich angenehm an. Kein Schreibtisch, kein Termindruck. Stattdessen: Liegestuhl, leckeres Getränk, warme Luft – zumindest meistens – und gechillt in den Tag starten. Und immer öfter frage ich mich: Wie bekomme ich das eigentlich ab Mitte April zu Hause hin?
Auch Rudi überlegt, wie er seine täglichen Poolrunden auf der nächsten Baustelle integrieren kann.
Aber eben: Nicht jeder Tag sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Auch auf den Philippinen gibt es graue Himmel, schwere Wolken und Tage, an denen der Strand eher still als strahlend wirkt. Gerade aktuell ist der Einfluss des El-Niño-Effekts deutlich spürbar – das Wetter ist unbeständiger, intensiver, manchmal überraschend anders als erwartet.
Auch das gehört dazu. Reisen ist nicht nur Sonnenschein und Postkartenmotive. Es ist auch das Annehmen von Momenten, die weniger perfekt aussehen. O-Ton Tanja: Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Und wenn wir schon ehrlich sind: Rudi kann das meist besser akzeptieren. Tanja hadert in solchen Situationen etwas schneller.
Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass das Inselleben auf Bohol noch einmal mehr entschleunigt. Zeit, Einfachheit und die Freiheit, das Leben so zu nehmen, wie es gerade ist – sonnig oder bewölkt.
Morgen geht es weiter auf die nächste Insel.
Ob wir dort noch mehr entschleunigen?
Wir werden berichten. 🌴